Die Feuerwehr ist beim Thema Digitalisierung vorne mit dabei: Schon im Jahr 2012 wurde der Sprechfunkverkehr zwischen den rot lackierten Fahrzeugen und den Leitstellen in ganz Nordrhein-Westfalen flächendeckend digitalisiert. Seitdem sprechen die Führungskräfte mit den Disponenten verschlüsselt und - falls nötig - deutschlandweit miteinander über ein eigenes Netz. In naher Zukunft soll auch der Funkverkehr an den Einsatzstellen, beispielsweise zwischen den Feuerwehrleuten in einem brennenden Gebäude und der Führungskraft draußen, über Digitalfunk abgewickelt werden. Damit der Umgang mit den modernen Geräten auch im Ernstfall reibungslos funktioniert, haben sich Oberbrandmeister Michael Wallkötter, Brandmeister Leonard Bienbeck und Oberfeuerwehrmann Marcus Bernemann für die Gruppenübungen des Löschzugs Leer im September 2021 ein ungewöhnliches Übungsszenario ausgedacht.

Per Alarmdepesche erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der beiden Übungsabende ihre Informationen: In einem Waldstück in der Bauerschaft Alst sollte sich eine verletzte Person befinden. Allerdings sei der genaue Standort nicht bekannt. Zudem hatte die Dämmerung bereits eingesetzt, was die Suche zusätzlichen erschweren würde. Mit Taschenlampen, einer Wärmebildkamera und natürlich mit Digitalfunkgeräten machten sich die Ehrenamtlichen vom Hof Merker sowie vom Parkplatz des Waldfriedhofs aus auf die Suche. Gleichzeitig koordinierte ein Trupp vom Einsatzleitwagen aus über Funk die Wege der vorgehenden Kräfte.

Ein besonderes Highlight des Abends war die ferngesteuerte und mit einer Wärmebildkamera ausgerüstete Drohne von Michael Wallkötter, die dieser seinen Kameradinnen und Kameraden für die Übung zur Verfügung gestellt hatte. Unter seiner Anleitung erkundete ein weiterer Trupp aus der Luft die Wiesen vor dem Waldstück und suchte nach Spuren der als vermisst angenommenen Person. Mit einem an der Drohne montierten Scheinwerfer konnten die Kräfte am Boden gezielt auf die richtige Fährte geführt werden.

Durch das geschickte Zusammenspiel der freiwilligen Brandschützer im Einsatzleitwagen, in der Luft und am Boden und insbesondere durch die ständige Kommunikation über Digitalfunk konnte die vermisste Person, in diesem Fall dargestellt von einer Übungspuppe, in kürzester Zeit aufgefunden werden. Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmenden von der großen Reichweite und der glasklaren Tonqualität der neuen Funkgeräte. Die Übungen haben gezeigt, dass die Technik für den echten Einsatz bereit ist und die Feuerwehrleute schon jetzt routiniert mit den vielen Funktionen der Geräte umgehen können.

  

Text: Bienbeck
Fotos: Wallkötter, Bienbeck

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