Auch an der Feuerwehr Horstmar ist die Zeit der Corona-Pandemie nicht spurlos vorübergegangen. Schon Anfang März, rund zwei Wochen vor Schließung der Schulen in NRW, wurde der Übungsbetrieb in der Feuerwehr ausgesetzt. Seitdem fanden keine Versammlungen, Veranstaltungen oder Sitzungen mehr statt. Einzig und allein für Einsätze durften die rund 100 Mitglieder der Löschzüge Leer und Horstmar sich an den Gerätehäusern einfinden, natürlich nur mit Schutzmasken und möglichst großem Abstand, soweit die jeweilige Situation dies zuließ.

Das war für die Kameradinnen und Kameraden eine ganz neue Situation, denn für gewöhnlich treffen sie sich allein für Gruppen-, Löschzug- und Gesamt-Übungen etwa zwölf bis 17 mal im Jahr. Auf diese Weise machen sie sich regelmäßig mit neuen Geräten und Rettungstechniken vertraut, trainieren grundlegende Handgriffe und stärken den Zusammenhalt, damit im Ernstfall weiterhin alles so reibungslos funktioniert wie gewohnt.

Nachdem die Entwicklung der Infektionszahlen es endlich zuließ, durften sich am 8. Juni die ersten Mitglieder der Feuerwehr Horstmar wieder zu einer Gruppenübung im Ortsteil Horstmar treffen. In kleinen Gruppen folgten am 15. und am 29. Juni weitere Übungsabende an beiden Standorten. Auch dabei wurde weiterhin streng darauf geachtet, den empfohlenen Mindestabstand einzuhalten und Schutzmasken zu tragen.

Gruppenübung Löschzug Leer (Löschgruppe II)

Am gestrigen Montag, den 29. Juni übte beispielsweise die Löschgruppe II in Leer den Umgang mit Feuerlöschkreisel- und Tauchpumpen sowie mit dem Faltbecken. Damit reagieren die Freiwilligen unter anderem auf die in den Sommern der vergangenen Jahre vermehrt aufgetretenen Unwetterlagen mit Starkregenereignissen und auf die besonderen Herausforderungen der Wasserversorgung bei Waldbränden.

Mit der leistungsstarken Chiemseepumpe beispielsweise können unter Wasser stehende Räumlichkeiten, etwa bei einem Regen vollgelaufene Kellerräume, in kurzer Zeit ausgepumpt werden. Ihr großer Vorteil: Selbst vor im Wasser treibenden Verunreinigungen in Größe eines Tennisballs macht die Pumpe nicht halt. Dafür gibt es bei der Inbetriebnahme einige Besonderheiten im Vergleich mit der gewohnten Tauchpumpe zu beachten, die schon seit vielen Jahren im Einsatz ist. Deshalb konnten die Feuerwehrleute am Montagabend die Pumpe zuerst ganz in Ruhe auf dem Trockenen besprechen und anschließend in einem Wasserbad probehalber in Betrieb nehmen.

Auch mehrere Waldbrände haben die ehrenamtlichen Wehrleute der Feuerwehr Horstmar in den letzten Jahren bekämpft. Bei solchen Ereignissen stellt sich stets schnell die Frage nach der Wasserversorgung. Schließlich findet man mitten im Wald oft weder einen Hydranten noch ein offenes Gewässer, aus dem Löschwasser entnommen werden könnte. Deshalb wurde ein Konzept entwickelt, das auch in abgelegenen Gebieten die Versorgung mit Löschwasser sicherstellt. Dabei fahren beispielsweise Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr und bringen Wasser dorthin, wo es gebraucht wird. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Gefäße, in denen das Wasser zwischengespeichert wird, bis es gebraucht wird. Hier kommen die neuen Faltbecken zum Einsatz, die im laufe der letzten Monate für jeden der beider Löschzüge beschafft worden sind. Dafür wurden am Montag auch hier die nötigen Handgriffe wiederholt.

Darüber hinaus wurde der Umgang mit der Feuerlöschkreiselpumpe geübt, die zum Beispiel im Heck des erstausrückenden Löschgruppenfahrzeug LF 20 verbaut ist. Im Ernstfall soll nämlich jede Feuerwehrfrau und jeder Feuerwehrmann bis zu 2.000 Liter Löschwasser pro Minute aus der FPN 10-2000 genannten Feuerlöschpumpe abgeben können.

Oberbrandmeister Michael Wallkötter und Unterbrandmeister Leonard Bienbeck, die die Übung vorbereitet und betreut hatten, zeigten sich am Ende des Abends sehr zufrieden und hoffen, dass auch die nächsten Übungen auf dem Terminplan wieder stattfinden dürfen.

Text + Fotos: Bienbeck / Wallkötter
 

Letzter Einsatz

Brennt Unrat
vor 3 Tagen, 7 Std., 51 Min.

Horstmar, Graf-Bernhard-Straße

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